Friedrich Rehse im Archiv für Zeitgeschichte und Publizistik
Friedrich Rehse im Archiv für Zeitgeschichte und Publizistik

Die umfangreiche Sammlung des Müchner Fotografen Friedrich Josef Maria Rehse (1870-1952), der von 1914 bis 1945 vor allem Zeitungsausschnitte, Flugblätter, Plakate und andere Quellen zum 1. und 2. Weltkrieg zusammentrug, wurde 1929 durch die NSDAP erworben und Rehse als Archivar seiner Sammlung eingesetzt. Nach Kriegsende 1945 wurde diese von den USA beschlagnahmt und in die Bestände der Library of Congress eingegliedert. Im Rahmen einer Bücherrückführung wurde der Großteil der Sammlung 1963 in 97 Kisten an Deutschland übergeben, wo sie aufgrund der Größe und der verschiedenartigen Bestände auf unterschiedliche Institutionen aufgeteilt wurde. Ein kleiner Teilbestand an Plakaten gelangte auch nach Wien ins Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes (DÖW), wo diese mit anderen Plakatbeständen vermischt wurde. Die „Sammlung Rehse“ gilt als zentrale Quellensammlung zur Geschichte der NSDAP.

Ziel des im Rahmen des Universitätslehrganges Library and Information Studies an der Österreichischen Nationalbibliothek durchgeführten Projektes war es, eine Bestandsaufnahme der im DÖW vorhandenen Plakate aus der „Sammlung Rehse“ durchzuführen und eine Auswahl daraus in der Plakatdatenbank des DÖW zu erfassen. Zugleich sollte nach Möglichkeit ein Abgleich mit dem Bestand anderer Teile der Sammlung im Bayrisches Hauptstaatsarchiv und der Library of Congress vorgenommen und Fragen zur Aufbewahrung und Nutzung geklärt werden sowie eine Rekonstruktion des Weges der Sammlung nach Wien erfolgen. Damit sollten Vorarbeiten geleistet werden, um die erschlossenen Bestände in absehbarer Zeit in eine virtuell zugängliche digitale Sammlung aufzunehmen.

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